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Buchpräsentation: „words&sounds“ im tactile

Kaiserpassage2559Blick in die Kaiserpassage im Frankfurter Bahnhofsviertel, auf dem Weg zum tactile

Das Interviewbuch „words&sounds“ erscheint zur Frankfurter Buchmesse 2013 beim Revolver Verlag. Anlass für den rund hundertseitigen Interviewkatalog war die gleichnamige Ausstellungsreihe, die im ehemaligen Off-Space des Hafen 2 in Offenbach am Main stattgefunden hat. Vorgestellt wurden größtenteils Neuproduktionen: Licht-, Sound- und Videoarbeiten von Annja Krautgasser, Karl Kliem, Dani Gal, Paul Kramer, Bastian Braun/ Gabriel Hensche, Marc Nothelfer und deafstar. Die Erstpräsentation des Buches findet an einem für elektronische Musik besonderen Ort statt und ist damit ideal mit Blick auf den Inhalt der Interviews – im tactile in der Frankfurter Kaiser Passage (nähe Hauptbahnhof).

Samstag, 12. Oktober: Buchpräsentation von words&sounds, tactile. contemporary & vintage sounds. new & second vinyl, Kaiserstraße 62-64 / Kaiserpassage / Laden 14
zu Gast im tactile (draußen)
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words&sounds VI.

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Ausstellung von deafstar, Schallplatten-Release

Eröffnung: 17.12. 19.00 Uhr im Hafen2 Ausstellungsraum, Offenbach
Ausstellung: 18. und 19.12. von 14.00 bis 18.00 Uhr

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Das Label deafstar stellt in der Ausstellungsreihe »words&sounds« sein initiales Vinylrelease vor. In der Ausstellung wird der Entstehungsprozess der Schallplatte bis zum fertigen Produkt dokumentiert. Parallel zu den einzelnen Produktionsschritten der Musik, des Covers, Videos und der Schallplatte wird auch der Weg zum eigenen Sound und Label in einem umfangreichen Sourcebook und in Form einer Raum-Klanginstallation nachgezeichnet.

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anschließen: Releaseparty mit DJ-Sets von Weller, mk. und bot™ und mit einem Liveset von Bunker Hill, Lichtinstallation von dienststelle.de

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words&sounds V

Marc Nothelfer: News from the mothership
Eröffnung: 5. November 2010, 20 Uhr im Hafen 2 / Kunstraum (1.OG) in Offenbach, bis 12.12.2010

„X-102 und X-103 behandeln jeweils eines der großen Themen des Afro-Futurismus und der Afro-Nautik, wie Kodwo Eshun das Motivgeflecht aus Herkunftsphantasien und Utopien, strategischer Gegengeschichte und eskapistischer Mythologie, progressiven Paradoxien und irrsinnigen Idyllen nennt, das die Suche nach einem entweder unter Wasser, im Weltall oder in bestimmten Nischen der Geschichte Ägyptens und Äthiopiens gelegenen transhistorischen schwarzen Ort auslöst, … . “ *

Marc Nothelfers für die Reihe „words&sounds“ konzipierte Ausstellung trägt den Titel „News from the Mothership“. Anhand von drei unterschiedlichen Medienarbeiten, einem Video, das seine im Vorjahr begonnene Serie der „Techno Transmitter“ fortsetzt, in Vitrinen ausgelegten Objekten und einer großformatigen Wandarbeit, baut Nothelfer ein dichtes Referenzsystem aus naturwissenschaftlichen Welterklärungsmodellen und utopischen Gegenwelten im Ausstellungsraum auf.

 Techno Transmitter Prt. V – Inside / Outside, HD-Video, ca. 6.00 min.

Nothelfers Video „Techno Transmitter Prt. V“ zeigt in der Anfangseinstellung ein schwarzes Filmbild, aus dessen Hintergrund, wie aus dem Nichts, ein neongrüner Polyeder auftaucht. Das dreidimensionale Gebilde beginnt sich langsam um die eigene Achse zu drehen. Die minimale Drehbewegung des Kristalls in einem grenzenlos wirkenden Raum weckt Assoziationen an das Raum-Zeit-Gefüge des Weltalls. So fühlt man sich an schwebende Flugkörper erinnert, wie sie in Science-Fiction-Filmen häufig dargestellt werden. Der technoartige Sound betont die Ikonografie der Filmbilder.

Auf die beschriebene Anfangssequenz folgen zwei Hauptteile, deren thematischer Rahmen durch zwei Titel angekündigt wird: „Prt. I – Drexciya“ und „Prt. II – Outer Space“. Mit „Prt. I – Drexciya“ spielt Nothelfer auf den Namen einer Techno-Band an, die in den 1990er-Jahren in Detroit erfolgreich vier Alben produzierte und es dabei vorzog, anonym zu bleiben. Den Mythos um ihre Identität nährte die Band zusätzlich, indem sie Motive des Science-Fiction-Genres zitierte als auch die Legende der Unterwasserwelt Drexciya, die auf die Verschleppung schwarzer Sklaven zurückging, aufleben ließ. Ihren Elektro-Sound stilisierte die Band zu einer Art Zukunftsmusik. Auf der Bild- und Ton-Ebene wurde das Versprechen aufgebaut, schon in der Jetzt-Zeit in neue Welten abtauchen zu können.

Wie in früheren Sound-Installationen und Filmarbeiten schöpft Marc Nothelfer, selbst Jahrgang 1979, auch in seinem aktuellen Video aus dem ästhetischen, akustischen wie auch ideologischen Reservoir der Elektro- und Techno-Kultur.

„Techno Transmitter Prt. I – Jack’s Four to the Floor Mix“ lautet der Titel seiner Sound-Installation aus dem Jahr 2009. Sechzehn Sätze, beispielsweise „I see the light. I feel Love. Jack your body“, welche die narrativlosen Phrasen von Techno-Sounds verbalisierten, wurden von einem Sprecher rezitiert. Die männliche Stimme wurde nachträglich durch einen Hall-Effekt verfremdet und auf einer sogenannten Dubplate Schallplatte als Teil der Installation „Techno Transmitter I-III“ abgespielt.

Das vom Künstler angewandte Verfahren lässt sich mit dem dadaistischen Prinzip der Collage vergleichen. Medial verbreitete Bilder und prägnante Sätze löst er aus ihrem Kontext heraus und mischt die Fragmente neu ab. So ist sein neues Video, das in diesem Jahr größtenteils während eines Residency-Aufenthaltes in Helsinki entstand, eine Collage aus Bild- und Textquellen unterschiedlicher Herkunft.Auf die Studioaufnahme eines Modells reihen sich Sequenzen, die aus Found-Footage-Filmmaterial zu bestehen scheinen. Tatsächlich handelt es sich um Videoaufnahmen, die Nothelfer in einem naturkundlichen Museum, in einem Science-Center als auch in einem botanischen Garten in diesem Sommer in Helsinki gemacht hat. „Prt. I – Drexciya“ zeigt Nothelfers Aufnahmen von einer Unterwasserwelt als auch von konservierten Fischen. Parallel dazu wird auf der Sprachebene eine Verbindung zwischen Science-Fiction und schwarzer elektronischer Undergroundmusik hergestellt.

In „Prt. II – Outer Space“ wurde den realen Videoaufnahmen aus einem botanischen Garten sowie den konstruierten Bildaufnahmen aus einem Science-Center ein ambientartiger Sound unterlegt. Vergleichbar mit der Machart eines naturkundlichen Filmes dokumentiert ein Erzähler die Sequenzen. Dabei handelt es sich um Auszüge aus Aristoteles „Meteorologie“ – einem Text des Naturphilosophen über die Geowissenschaften. Der Schlusspart des Videos, eingeleitet durch den Titel „Epilogue – Archaeology of Nowhere“, führt hinaus in die freie Natur. Folgt man jener Fährte, die der Titel auslegt, wird in dieser Sequenz die Arbeit eines archäologischen Expeditionstrupps dokumentiert. Ohne Tonspur sind Aufnahmen von einer kargen, bizarren Felslandschaft zu sehen. An zerstörte Industrielandschaften oder an exterrestrische künftige Welten lassen die Bilder denken. Das Video endet mit der Rückenansicht einer sitzenden Person, die in einen panoramaartigen Himmel schaut.

„Techno Transmitter Prt. VI – Psionic Imprint (dark energy psycho mix)“, Wandbild, (6x3m) 2010

Als Vorlage für das Wandbild „Techno Transmitter Prt. VI“ diente Marc Nothelfer ein Hologramm, das er auf eine zweidimensionale Bildfläche und in einen vergrößerten Maßstab übertrug. Anders als im Video blickt der Betrachter nun quasi vom Weltall aus und damit von außen auf die dargestellte Hälfte der Erdkugel. Während die Bildvorlage (das Hologramm) auf Vermittlungsmodelle verweist, wie man sie häufig in Technikmuseen vorfindet, ist die Verwendung der neongrüne Farbe und das geometrische Muster auf dem schwarzen Bildhintergrund eine eindeutige Reminiszenz an die Techno-Club-Kultur.

Indem Marc Nothelfer naturwissenschaftliche Weltmodelle in seinen Arbeiten permanent mit den fiktiven Weltentwürfen der elektronischen Undergroundmusik verwebt, gelingt es ihm, von der Natur zur Gesellschaft eine Verbindungslinie zu ziehen und Fragen über deren gegenwärtigen Entwicklungsstand aufzuwerfen.

Nothelfer nutzt dabei bekannte mediale Bilder als auch kulturelle Codes, die auf den ersten Blick ein Déjà-vu-Erlebnis versprechen. Auf den zweiten Blick entzieht sich das vermeintlich Bekannte jedoch. Der Betrachter bleibt zurück in einem Labyrinth aus Fragmenten. Nothelfers lückenhafte Erzählart ist nichts anderes als der Versuch, der Falle der Repräsentation bzw. der dokumentarischen Aufarbeitung zu entgehen. Dafür sind auch seine auf zwei Vitrinen („Die Seele und die Formen der Arbeit“, „Imagination, Erscheinung, Evidenz“) verteilten plastischen Arbeiten ein Indiz in der Ausstellung im Hafen 2:

„Techno Transmitter Prt. VII“ –

„A: Die Seele und die Formen ihrer Arbeit“

  • „Die Seele als Gravitation“, Papiermodell, 2010
  • „Die Seele als Figuration“, Papiermodell, 2010
  • „Die Seele als Landschaft“, Papiermodell, 2010

B: „Imagination, Erscheinung, Evidenz“

  • „Das Modell eines Kraters“, Diorama, 2010
  • „Aqua-Whormhole“, Fadenmodell, 2010
  • „Institute of Meta-Archaeology and Imagination“, Fotografien, Aufnäher, Dubplate, Lithografie, getrockneter Schlafmohn, 2010

Marc Nothelfer, 1979 in Köln geboren, studierte von 2000 bis 2007 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach Visuelle Kommunikation und Freie Kunst bei Prof. Heiner Blum (Diplom). 2007 gelangte er unter die „seven best“ des Szpilman Awards für ephemere Kunst. In diesem Jahr gehört er zu den Artist-in-Residence-Künstlern des Kulturamtes der Stadt Frankfurt (Aufenthalt in Helsinki).

Herzlichen Dank: Die Ausstellung wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie vom Kulturbüro der Stadt Offenbach am Main gefördert.

Anm.:*  Dietrich Diederichsen: „Verloren unter Sternen. Das Mothership und andere Alternativen zur Erde und ihren Territorialien.

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words&sounds IV

Paul Kramer: "SongCycle"
Paul Kramer: „SongCycle“ (Einladungskarte)

Paul Kramer. Music of the Brain

 

Ausstellungsort:  HAFEN 2, Galerie im 1. OG/ Hafen 2 a, Offenbach am Main
Künstlergespräch:  am Sonntag, den 31. Oktober um 15 Uhr

Nach der Sommerpause meldet sich die Reihe „words&sounds“ im Kunstraum des Hafen 2 zurück mit der Einzelschau Music of the Brain des jungen kanadischen Künstlers Paul Kramer. 1979 in Kitchener (Kanada) geboren, studiert Paul Kramer derzeit an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei Professor Christian Jankoswski (Video, Performance und Installation).

Paul Kramer Interesse an der zeitgenössischen Musikgeschichte erweist als vielfältig: Theorien der Musikavantgarde des 20. Jahrhunderts, aber auch nur entfernt mit dem Feld der Musik verbundene soziale und popkulturelle Phänomene bilden den thematischen Ausgangspunkt der im „Hafen 2“ vorgestellten Soundarbeiten. Dies gilt sowohl für die neue Installation „Masks for 4146, 6139 and 7270“ (2010) als auch für die 2006 entstandene Audioarbeit „Song Cycle“, für die Video-Dokumentation „File No.1“ sowie für „In Cync“ (2007-2009).

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Masks for 4146, 6139 and 7270
Die Sound-Installation „Masks for 4146, 6139 and 7270“ entwickelte Paul Kramer über mehrere Monate hinweg in diesem Jahr. Recherchen über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Tinnitus-Forschung flossen mit in diese Arbeit ein. Ziel der Installation ist es, jenen physischen Ton, den das menschliche Ohr im Falle von Tinnitus-Betroffenen selbst erzeugt, durch instrumental eingespielte Klänge und parallel dazu durch digital erzeugte, unterschiedlich hohe Frequenz-Töne hörbar zu machen.

Die Installation besteht aus der persönlichen zusammengetragenen Sammlung des Künstlers an alten Transistor-Radios, die er in einer Art seriellen Anordnung erhöht im Ausstellungsraum des „Hafen 2“ präsentiert. Die zuvor am Synthesizer erzeugten und am Computer nachbearbeiteten Tinnitus-Frequenztöne werden gemeinsam mit kurzen Aufnahmen von Klavier- und Cello-Sequenzen abgespielt. Dabei nutzt der Künstler die Frequenzbereiche der einzelnen Radios. Zugleich bedient er sich der Methode des sogenannten „Sound Masking“, insofern die instrumentalen Klänge die künstlichen Tinnitus-Töne weitgehend überlagern. Statt der erwarteten, meist als schmerzhaft empfundenen Tinnitus-Töne entwickelt sich ein ambientartig im Raum ausbreitender Sound.

Song Cycle
Die Idee zur zeitlich frührer konzipierten Sound-Arbeit „Song Cycle“ (seit 2006) entstand aus der Motivation des Künstlers heraus, ein fortwährend anwachsendes Musik-Archiv aus seinem Gedächtnis zu rekonstruieren. Melodische Erinnerungen sowie Popsongs aus der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts ergänzen sich fragmentarisch mit Volksliedern, Werbejingles usw.

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File No. 1
Das Niesen eines Konzertbesuchers in der 24. Minute einer CBS-Masterworks Tonaufnahme vom 15. Streichquartett Dimitri Schostakowitschs war der Anlass einer akribischen Recherche des Künstlers in New York. In einer großangelegten Suchaktion mit Plakaten und Medienaufrufen versuchte Paul Kramer, jene während des Konzertes niesende Person in New York nachträglich ausfindig zu machen. Die Videoarbeit „File No. 1“ fragt in Form von Interviewgesprächen – geführt mit einigen am Konzert beteiligten Musikern und Konzertbesuchern – nach den genauen Umständen des Konzerts, das am 31. Januar 1985 in der 92d Street Y in New York eingespielt wurde, als auch nach den Ursachen der Störung und der möglichen Beeinträchtigung der Tonaufnahme. „Mich interessiert das Ästhetische, das Reale hinter der industriell gefertigten Aufzeichnung“, so Paul Kramer über die Idee zu dieser Arbeit.

In Cync (CD)
„In Cync“ ist ein Hörstück, das aus hunderten von Tonaufnahmen besteht. Besucher durften sich im Laufe von zwei Ausstellungen in ein provisorisches Tonstudio setzen (in beiden Fällen fanden die Aufnahmen im Innenraum eines Autos statt), um darin ihre musikalische Auseinandersetzung mit „In C“ von Terry Riley aufzunehmen. Die Besucher konnten zuvor Instrumente auswählen, die auf dem Dach des jeweiligen Autos lagen. Die Art und Weise sowie die Dauer der klanglichen Äußerung war den Teilnehmern freigestellt. Die Tonspuren der vorherigen Aufnahmen konnten die Beteiligten nicht hören. In dem nun fertigen Hörstück sind alle Aufnahmen enthalten. Die Stücke wurden weder nachträglich bearbeitet noch ihre zeitliche Abfolge verändert.

1979 in Kitchener (Kanada) geboren, studierte Paul Kramer Graphikdesign im Conestoga College Kitchener. Seit 2006 ist er Schüler von Professor Christian Jankoswski an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Paul Kramer beteiligte sich u.a. an Gruppenausstellungen, wie „The Notebook Show“ im PLAySPACE in San Francisco (2007), „Aersol Lidar“, einer Multimedia Performance mit Kamil Goerlich der Galerie Stihl und der Kunstschule Waiblingen (2008), und „Institute of Social Research and the Discovery of Art God“, einer Kooperationsausstellung des Richmond Art Center in Kalifornien mit dem Württembergischen Kunstverein in Stuttgart (2008).

In diesem Jahr ist der Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes und des DAAD mit „Watch the Peep“ in Hamburg sowie im Künstlerhaus Stuttgart als auch im Hafen 2 in Offenbach zu sehen.

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„Klang-still“, Sound-Installation, 20 Minuten, 2010
Bastian Braun & Gabriel Hensche unter Mithilfe von Nicolas Mayer

24. / 25. September, Einführungsrede: Volker Lang, HfBK Stuttgart

Die Installation „Klang–still“ besteht aus dokumentarischen Tonaufnahmen, die im Jahr 2009 im Innen- und Außenraum in mehreren Städten aufgezeichnet wurden. Bei den damals ausgewählten Orten handelt es sich um akustische Schnittstellen. Gemeint sind jene Plätze oder Orte im Stadtraum, wo ein Cluster an unterschiedlichen Geräuschen und Klangfeldern täglich aufeinandertrifft.

Teilweise vermag der Zuhörer einzelne Geräusche aus der Sound-Installation herauszufiltrieren und somit wiederzuerkennen: Naturgeräusche wie das Plätschern von Wasser etwa oder das Vorbeifahren eines Zuges in der Ferne etc. Viele Klänge bleiben jedoch fremd und undefinierbar. Es sind Geräusche wie sie beispielsweise ein Lüfter erzeugt. Geräusche also, die man kaum noch wahrnimmt, im Alltag jedoch unterschwellig überall vorhanden sind.

Der Ton eines durch Reibung in Schwingung gebrachten Metallkörpers wurde an jedem der Orte mit aufgezeichnet. Dieser zusätzlich erzeugte Ton durchzieht die gesamte Aufnahme und verbindet die einzelnen Klangbilder miteinander. Die zwanzigminütige Soundinstallation beinhaltet zwei stille Parts, während derer die Geräusche im Raum und seine Besucher hörbar werden und so zum Teil der Arbeit avancieren.

Kuratorin: Hortense Pisano, Buket Altinoba (Assistenz)

Herzlichen Dank dem Kulturbüro der Stadt Offenbach

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Ausstellungen

words&sounds III

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Dani Gal: Black Magic Marker

Schriftzüge graffitiartig auf die Wände gesprüht, Dollarzeichen sowie Heiligenbilder in Form von Fotokopien, in Schutzfolie verpackte Konzertankündigungen, Zeitungscollagen, Weihnachtslametta und lose befestigte Elektrokabel überziehen die Wände im Aufnahmestudio des jamaikanischen Musikproduzenten Lee ,Scratch’ Perry. Ausgerechnet in dem beschaulichen schweizerischen Wallfahrtsort Einsiedeln betreibt der Pionier der Ska- und Dub-Musik sein Aufnahmestudio. Lee Perrys 1974 in Kingston (Jamaika) gegründetes, legendäres „Black Ark“ Studio, das seinerzeit zum Zentrum der jamaikanischen Musikszene avanciert war, ging im Jahr 1980 mysteriös in Flammen auf.

Der in Berlin lebende Künstler Dani Gal hat den inzwischen 74-Jährigen Ausnahmemusiker im Vorjahr in Einsiedeln besucht. Seine aus diesem Besuch hervorgegangene Videoarbeit „Black Magic Marker“ (27.40 min) zeigt Lee Perry inmitten eines Szenarios, bestehend aus prophetischen Schriftzügen an den Wänden, kultartig im Studio arrangierten Objekten und persönlichen Erinnerungsstücken. Das ebenfalls im Raum befindliche technische Equipment tritt aufgrund des exzentrischen Auftritts des Musikproduzenten nahezu in den Hintergrund des Geschehens. Damit unterscheidet sich Gals Videoarbeit von den früheren im „Black Ark“-Studio entstandenen Filmreportagen, welche oft den so genannten „Black Ark“-Sound aufzuspüren versuchten, indem sie Lee Perrys unkonventionelle Aufnahmemethoden thematisierten.

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Ausstellungsansicht

In seinem Videofilm lässt Dani Gal nun neben Lee Perry auch Henry W. Tarkgowski, er gründete eines der ersten Reggae-Labels in England, zu Wort kommen. Im Jahr 1979 hatte Tarkgowski das „Black Ark“ in Kingston besucht, kurz bevor das Studio ausbrannte und damit ein Stück jamaikanische Musikgeschichte aus dem kollektiven Gedächtnis verschwand.

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Dani Gals Interesse gilt insbesondere jenen Leerstellen der Geschichte und ihrer Übermittlung als auch der Übersetzung ins Jetzt, in der gerade die blinden Flecke und Uneinholbarkeiten Bedeutung generieren. Parallel zu seiner Videoarbeit „Black Magic Marker“ präsentiert die Ausstellung im Hafen 2 daher eine Auswahl an Fotografien von Henry W. Tarkgowski, die vor zwanzig Jahren entstanden sind und das Interieur des „Black Ark“ Studios dokumentieren.

Dani Gal wurde 1975 in Jerusalem geboren. Nach seinem Studium der bildenden Künste an der Bezalel Academy for Art and Design/ Jerusalem, studierte Gal an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Städelschule, Frankfurt/Main und der Cooper Union for the Advancement of Science and Art in New York City. Neben Gruppenausstellungen im Deutschen Guggenheim Museum in Berlin (2008), dem Kunsthaus Baselland (2006) und der Halle für Kunst (2009), wurde Gal im Jahr 2008 mit dem Villa-Romana-Preis und 2009 mit dem ars-viva-Preis ausgezeichnet.

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In diesem Jahr nimmt Gal, vertreten durch seine Galerie Freymond-Guth & Co Fine Arts, an der kommenden Art Basel 41 Statements teil. Weitere Beteiligungen an Gruppenausstellungen: ars viva Ausstellung im MIGROS MUSEUM (Eröffnung am 12 Juni 2010), Try different keywords, Galeria Estrany- de la Mota, Barcelona, ES 2010 und All the memory of the world, GAM- Galleria Civica d’ Arte Moderna e Contemporanea, Turin, IT 2010.

Dani Gal
Black Magic Marker
Eröffnung: Freitag, den 21. Mai 2010, 20 Uhr
Ausstellung: vom 22. Mai bis 4. Juli 2010 im Hafen 2

Herzlichen Dank
dem Kulturbüro der Stadt Offenbach und der Galerie Freymond-Guth & Co.

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Ausstellungen News: Artikel

words&sounds II

Motiv der Einladungskarte, Foto: Karl Kliem
Motiv der Einladungskarte, Foto: Karl Kliem

KARL KLIEM: MINUS 60°

Sound- und Lichtinstallation
Eröffnung: am 9. April 2010, 20 Uhr im Hafen 2 Kunstraum in Offenbach am Main. 
10. April bis 16. Mai 2010

Die Ausstellungsreihe words&sounds präsentiert ein Jahr lang Videokunst und elektronische Sound-Projekte von größtenteils international bereits etablierten jungen Künstlerinnen und Künstlern im Hafen 2. Im Anschluss an die Auftaktausstellung „Prelude*)“ mit Arbeiten der österreichischen Medienkünstlerin Annja Krautgasser wird der Frankfurter Karl Kliem den rund 70 quadratmetergroßen Kunstraum des Hafen 2 in eine Black Box verwandeln, um darin, vom 09. April 2010 an, seine Sound- und Licht-Installation vorzustellen. 

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Die eigens für die Ausstellung konzipierte Arbeit trägt den Titel „Minus 60°“ ( Loop 8 min., 2010) und synchronisiert sechs kreisförmig im Raum aufgestellte Lautsprecher und Leuchtstoffröhren. Parallel dazu zeigt die Ausstellung eine Auswahl an aktuellen Videoarbeiten von Karl Kliem.

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Karl Kliem (*1969) arbeitet an Systemen zur Echtzeitgenerierung von Bild und Ton. In den vergangenen Jahren entstanden Arbeiten in den Bereichen Kunst, Multimedia, Webdesign, TV-Design, Musik- und Soundproduktionen für Filme als auch interaktive Installationen. Außerdem ist er Mitbegründer des in Frankfurt am Main lokalisierten media lab MESO. Seit 2007 unterrichtet er an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach im Fachbereich Elektronische Medien. Der Künstler lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

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Im Vorjahr wurde Karl Kliem für seinen Videobeitrag „The Lithops“ mit dem MuVi Award beim 55. Kurzfilmfestivals in Oberhausen ausgezeichnet. Seine interaktiven medialen Installationen und Videos wurden an internationalen Festivals, 2009 etwa während des „Todaysart Festival“ in den Niederlanden oder beim „STRP Festival“ in Tilburg in den Niederlanden (mit Jan Jelinek), wie auch in Ausstellungen unter anderen in Tokyo, Neapel, San Francisco und Sydney gezeigt. Seine Video Performances waren in Boulder (USA), Guadalajara (Mexico), im Centre Pompidou (Paris/F) zu sehen. Beteiligungen des Künstlers an Vorträgen und Workshops unter anderen in Frankfurt am Main (D) und Graz (A). Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Homepage des Künstlers www.dienststelle.de

Kuratorin: Hortense Pisano

Werkangabe zur Installation:
Karl Kliem: Minus 60°, Installation Sound- und Leuchtstoffröhren, Loop 8 min., 2010
 Videos: Graz Live-Set, 11/2002 // FBAS Furniture, 07/2003 // Trioon, 07/2003 //  Berlin,  11/2005
 Geschlossene Kiste,  11/2007 // Rasterdeck, 02/2008 // Vienna Concert, 02/2008 // MRI RMX, 2008 // Graf,  2009
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Ausstellungen

Start der Ausstellungsreihe words&sounds I

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ANNJA KRAUTGASSER

PRELUDE*)

21. Februar bis 5. April 2010

Kuratorin: Hortense Pisano

Die Einzelausstellung Prelude*) der österreichischen Künstlerin Annja Krautgasser (*1971) bildet den Auftakt zur neuen Themenreihe „words&sounds“ im Hafen 2 in Offenbach am Main. Erstmals in Deutschland werden die Arbeiten der Künstlerin in einem eigens dazu geschaffenen Rahmen präsentiert. Neben der raumgreifenden Installation „Dashed II“ werden ausgewählte Videoarbeiten vorgestellt.

Das Abrufen von Erinnerung an öffentliche Orte, die Verräumlichung von Sprache, sowie umgekehrt die Visualisierung von Filmdialogen in Form von Textauszügen sind jene Themen, die sich wie eine Art roter Faden durch die Ausstellung Prelude*) ziehen. Oft vernetzt Annja Krautgasser die zivilisatorischen Mnemotechniken Sprache, Schrift und Film mit den gegenwärtigen Speichermöglichkeiten mobiler Technologien. So wandelt die Künstlerin in ihrer Installation „Dashed II“ etwa das Gebrauchsmedium Handy in ein Kunstwerk um, das eine akustische wie auch eine visuell veränderte Wahrnehmung beim Betrachter einfordert.

Annja Krautgassers Video- und Medieninstallationen wurden bereits an mehreren Festivals, unter anderem im „Medialab“ Madrid, an der „Lothringerhalle 13“ in München und der „Transmediale“ in Berlin gezeigt. Außerdem ist die Künstlerin allein im Vorjahr an zahlreichen international ausgerichteten Gruppenausstellungen beteiligt gewesen, so etwa in der Ausstellung „Cella: Strukturen der Ausgrenzung und Disziplinierung“ im Complesso Monumentale di San Michele a Ripa Grande in Rom (I). „The House is on Fire, but the Show must go on“, lautete der Titel einer Ausstellung im Kunstraum in Innsbruck (A), ebenso waren ihre Arbeiten in der Ausstellung „Cineplex“ in der Wiener Secession (A) sowie in „FLUIDE ARCHITECTURES“ im Netherland Institute for Media Art in Amsterdam (NL) zu sehen. Zurzeit arbeitet Annja Krautgasser als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ordinariat für Kunst und digitale Medien an der Akademie der bildenden Künste Wien.

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Arbeiten in der Ausstellung:

DASHED II: 2005 / mediale Installation, Mobiltelefone / Sound: Voices / Technik: Dariusz Kowalski

FRAGMENTS – 80 KEYWORDS ABOUT DATING: 2008-2010 / Videoinstallation / HD 16:9 / 15:00 / color / stereo 


PRELUDE: 2007 / Beta SP / 3:30 / color / no sound

INNERER MONOLOG: 2008 / Beta SP / 6:30 / color / stereo

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inside&outside

Eine Gruppenausstellung mit Künstlern aus den Städten Izmir (TR), Istanbul (TR), Stockholm (S) und Frankfurt am Main (D)

Eröffnung: Freitag, 10. Oktober 2008, 19.30 Uhr, im Künstlerhaus ATELIERFRANKFURT e. V.

Die „freitagsküche“ kocht erstmals wieder nach der Sommerpause + im Anschluss DJing im 2.OG des Atelierhauses

Ausstellungsort: ATELIERFRANKFURT e.V., Ausstellungsraum im 4.OG., Gastatelier 3.OG.

Dauer der Ausstellung: 11. Oktober bis 22. November 2008

Do/Fr 17-20, Sa 15-18 Uhr (u. n. V.)

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KünstlerInnen: Borga Kantürk (Rauminstallation mit Sound), KUTU (Featuring Mehmet Dere and 94A),Özlem Günyol/ Mustafa Kunt (16-teilige Fotoarbeit), Gökçe Süvari (Wandcollage), Oğuz Tatari (Raumprojekt), Taner Tümkaya (Posterserie), Naneci Yurdagül (Fotografie)

Kuratiert haben die Ausstellung „inside&outside“ Hortense Pisano und Corinna Thiele.

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Ausstellungen News: Artikel

Hans im Glück oder: What about German Identity?


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Ort: K2 Contemporary Art Center, Izmir / Türkei

Eröffnung: Freitag, 7. Dezember 2007, 18 Uhr

Ausstellungsdauer: 8. Dezember 2007 – 19. Januar 2008

Kuratoren: Hortense Pisano und Corinna Thiele, Frankfurt am Main

Amalia Barboza (Video), Nathalie Grenzhaeuser (Video), Bettina Gründel (Video), Özlem Günyol & Mustafa Kunt (Video), Eva Köstner (Zeichnung/ Video), Jens Lehmann (Malerei), Mara Monetti (Fotografie), Anny & Sibel Öztürk (Zeichnung/Installation), Gregor Maria Schubert (Video), Eva Schwab (Malerei), Sandip Shah (Videoinstallation).

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Die Gruppenausstellung „Hans im Glück“ zeigt elf Positionen von Frankfurter Künstlerinnen und Künstlern, deren Videos, Zeichnungen und Bilder die hierzulande geführte Debatte um deutsche Identität erweitern. Welche Vorstellungen knüpfen sich an Zuschreibungen wie „typisch deutsch“? Lassen sich die normativen Nationalklischees und fest gefügten Bilder tatsächlich auf die junge Generation übertragen; oder existieren in einer Stadt wie Frankfurt, in der rund 26 Prozent ausländische Einwohner leben, nicht vielmehr unterschiedliche Kulturgemeinschaften?

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Ausstellungen

Video Match‘ 08

06_mammal_300dpiAstrid RiegerMammal, Deutschland 2006, 7.25 Min.

Ob podpori/With kind support of: Ministrstvo za kulturo Republike Slovenije/Ministry of Culture of the Republic of Slovenia, Mestna občina Ljubljana/Municipality of Ljubljana, Kiberpipa, Inea Toshiba

30. 5. 2008 ob/at 18.00, Kiberpipa/Cyberpipe, Kersnikova 6, Ljubljana

Visoka šola za oblikovanje iz Offenbacha na Majni, Nemčija/Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main, Germany

Izbor/Selection: Hortense Pisano, Frankfurt am Main

videi/videos: Kurzfilm-Screening von HfG-Studierenden & Absolventen

(http://black.fri.uni-lj.si/move/move-vm08_crop.pdf)

Im Jahr 2008 wurde ich von den Organisatoren des ArtNetLab in Ljubljana eingeladen, ein Filmrolle mit Beiträgen von Nachwuchs-Filmemachern aus Frankfurt zusammenzustellen. Ausgewählt habe ich größtenteils digitale Animations- und Soundfilmarbeiten sowie Filme von Studierenden und Absolventen der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main, deren technische Perfektion mich ebenso überzeugte als auch die Art und Weise, eine Geschichte nur mithilfe von Sound und Bildmaterial zu erzählen.

Mit überraschenden, geradezu mythologischen Bildern beschreibt beispielsweise Astrid Riegers experimenteller Kurzfilm „Mammal“ die verstörende Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem Sohn (Titelfoto).