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News: Artikel

STÄDTISCHES WERKZEUG

KATALOG PRÄSENTATION UND SYMPOSIUM „STADT GESTALTUNG HEUTE“

FINISSAGE DER AUSSTELLUNG, 12-MAI-2019, 15 H, MANNHEIMER KUNSTVEREIN

Hortense Pisano und Martin Starther, die Kuratoren der Ausstellung im Gespräch mit:

Günter Zamp Kelp, Architekt, Mitbegründer Haus-Rucker-Co (Berlin)

Tatjana Dürr, Referentin für Baukultur (Stadt Mannheim)

Philipp Morlock, Bildhauer (Mannheim)

Eine Gesprächsrunde begleitend zur Ausstellung „Städtisches Werkzeug“ und zum Thema „Provisorische Architektur“. Zur Debatte steht die Frage: Welche Art von Architektur und Stadtplanung braucht unsere Stadt heute? Wie könnte unser urbanes Umfeld architektonisch lebensnaher und sinnvoll gestaltet werden? – Wie lassen sich die vorhandenen Zwischenräume sowie brach liegenden Flächen, insbesondere in der Stadt Mannheim, kulturell nutzen? Welche Lösungen haben Haus-Rucker-Co im Rahmen ihrer Projekte für den öffentlichen Raum bereits vorgestellt und wie schauen aktuelle Baukunstvisionen der Architekten aus?Weitere Projekte u.a. von dem Bildhauer Philipp Morlock für die Stadt Mannheim als auch von Tatjana Dürr, der Baureferentin Mannheims, werden im Gespräch vorgestellt.

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Lehraufträge

Grundlagen

Tages-Exkursion in die Staatsgalerie Stuttgart mit der Klasse:

Aus dem Fach Theorie der Kunstgeschichte wird nun ein Stück Praxis (Abb. aus dem WiSe 2021/2022). Insgesamt 4 Semester unterrichtete ich an der Merzakademie an der Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien (2 Proseminar-Klassen) im Fach „Theorie der Kunstgeschichte“ in Stuttgart.

Erstmals fand die Lehre vorwiegend im Onlinemodus statt. Es war eine ganz neue, Dank meiner Student*Innen sehr gute Erfahrung sowie Ergänzung der bisherigen Praxis-Seminare an den Universitäten in Saarbrücken und Heidelberg.

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News: Artikel

Haus-Rucker-Co: ein Rundgang durch die Ausstellung im MKV

Fotos: Eduardo Perez

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News: Artikel

Eindrücke vom Vernissage-Abend der Haus-Rucker-Co Ausstellung

Einblick in das Schaffen der in Wien gegründeten Künstlergruppe Haus-Rucker-Co, die erstmals auch eine neue raumgreifende Installation in den Mannheimer Kunstverein platzierten, zeigt ihre Ausstellung „Städtisches Werkzeug“.

Architektur nahe an der Schnittstelle zur Bildhauerei, die den Menschen und seine Bedürfnisse im Städtischen Raum stets einbezieht und dafür eine zeitgemäße Architektursprache schafft, bis heute, so lässt sich das „Städtische Werkzeug“ übergreifend charakterisieren.

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Ausstellungen Presse- und Redaktionsleitung

Why We Need Art Now

Video, Sound, Foto und Interviews mit und von internationalen Künstler*innen sowie Kulturschaffenden

Auf die Stille folgt der Sound und https://needartnow.de

Gleich zu Beginn der Pandemie, im Frühjahr, 2020 hatte ich den Wunsch, ein Internetprojekt zu initiieren, um Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende aus der ganzen Welt miteinander ins Gespräch zu bringen. Es gilt auch weiterhin der kulturellen Leere und Gedankenstille entgegen zu wirken. Nicht erst seit der Schließung unserer Kulturstätten fehlt es uns offenkundig an Austausch und derzeit auch an bewährten Kommunikationsorten. So stellt sich langfristig betrachtet die berechtigte Frage: Wie wird sich der Stillstand im Kulturbetrieb auf die künstlerische Produktion und kuratorische Praxis auswirken?

Wie kann die Leere kreativ gefüllt werden mit den eigenen medialen Möglichkeiten, die uns trotz der Schließung der Ausstellungshäuser zur Verfügung stehen? In den 1990er Jahren wurde das Internet in der Kunstwelt gefeiert, als unabhängige Kommunikationsplattform. Warum nicht diese Kanäle wiederbeleben? Mit neuen medialen Mitteln.

Der Lockdown als Pause und zugleich Neustart im Kulturbetrieb: Jetzt ist die Zeit, um neue Denkansätze in der Ausstellungspraxis anzustoßen, um sie anschließend zu realisieren. Neue Denkansätze könnten bisher ungenutzte Möglichkeiten zur zeitgemäßen Öffnung der Ausstellungshäuser aufzeigen. Ich habe daher explizit KünstlerInnen nach ihren Ideen mit Hinblick auf die aktuelle Situation und der Präsentation ihrer Arbeiten befragt.

Wie sich KünstlerInnen bereits der Lockdown-Herausforderung angepasst haben, welche Konzepte und Arbeiten sie während dieser Zeit erdacht sowie umgesetzt haben, auch das möchte ich anhand der geführten Gespräche und virtuellen Atelierbesuche zu Tage befördern.

Mit dem Beitrag „Queerantine“ des mehrfach prämierten Fotografen Jetmir Idrizi (Kosovo) ging „Why We Need Art Now“ an den Start. Anzuschauen gibt es ausgewählte Fotografien des Künstlers. Ursprünglich entstanden ist Jetmir Idrizis Schwarzweißporträt-Serie unter dem Eindruck des ersten Lockdowns, vor rund einem Jahr in Berlin, wo aufgrund des Covid19-Ausbruches, wie nahezu weltweit, eine Kontaktsperre herrschte. Im Interview berichtet der im Kosovo geborene Fotograf auf „NeedArtNow“ rückblickend über die Entstehung seiner Bildserie. Parallelen zwischen der aktuellen Covid-19-Quarantäne und der Isolation sowie Ausgrenzung, die queere Menschen im Laufe der Menschheitsgeschichte als alltägliche Realität erfahren haben, aufzuzeigen, war der Ursprungsgedanke des jungen Fotografen.

Darüber hinaus werfen seine Porträts aber auch ganz allgemeine Fragen auf und zwar, wie der Umgang mit der Pandemie Covid19 langfristig unser Miteinander verändern wird? Wo und wie wird Kommunikation und Austausch möglich sein? Auch derlei Fragen berühren Jetmir Idrizi sehenswerte Fotoporträts. NeedArtNow zeigt einen Ausschnitt davon (https://needartnow.de/queerantine-by-jetmir-idrizi/)

Pure Materialpoesie, vor allem wie sie entsteht, zeigt der aktuelle Filmbeitrag, ein virtuelles Ateliergespräch mit der italienischen Künstlerin Paola Anziché.

Alle weiteren Beiträge zu aktuellen Arbeiten und Interviews unter anderem mit dem brasilianischen Bildhauer Jovan Mattos (https://needartnow.de/jovan-mattos/), mit Özlem Günyol & Mustafa Kunst (https://needartnow.de/herself-himself/) und Medienkünstlerin Gabrielle Zimmermann (https://needartnow.de/why-we-need-art-now/artists/) findest Du auf auf der Homepage. Einfach mal die Links anklicken und reinlesen.

Für ihre Unterstützung des Projektes und Präsentation der KünstlerInnen 2021 im „virtuellen Schaufenster“ meinen besten Dank an die Hessische KulturStiftung.

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Ausstellungen

Städtisches Werkzeug von Haus-Rucker-Co im MKV

Haus-Rucker-Co, die ebenso geniale wie legendäre Architekten-/Künstlergruppe, gegründet 1967 in Wien, zeigt vom 24. Februar bis 12. Mai 2019 im Mannheimer Kunstverein „Städtisches Werkzeug“. Kuratoren: Hortense Pisano, Martin Stather

In früheren Ausstellungen waren einzelne Objekte der Gruppe aus den verschiedenen Projekten zu sehen, aber nie in so komprimierter Form wie jetzt im Mannheimer Kunstverein. Erneut ist es die Wahrnehmung des städtischen Raumes, die Wahrnehmung der eigenen Situation im Stadtraum und dessen Korrektur, die im Fokus auch dieser Ausstellung steht. Vorgestellt werden verwirklichte und unverwirklichte Projekte in Modellen, Zeichnungen und eine Vielzahl an großformatigen Bildern.

Seit der documenta5 (1972) und der documenta6 (1977), auf denen Haus-Rucker-Co freiplastische Arbeiten und Projekte verwirklicht haben, ist die Gruppe weltberühmt. Für Mannheim haben sie nun eine raumgreifende Installation entwickelt, die den Besucher in einen eigenen Raum im Raum eintauchen lässt. Die ausgewählten Projekte aus den vergangenen Jahrzehnten zeigen den unkonventionellen Ansatz der Gruppe, mit Architektur im urbanen Raum zu arbeiten. Gerade für die Stadt Mannheim, deren brach liegende Konversionsflächen eine stadtplanerische Herausforderung darstellen, gibt die Ausstellung Impulse für ein städtisches Bauen abseits der Konvention.

Die Kuratoren – Hortense Pisano (Gastkuratorin), Dr. Martin Stather (Ausstellungsleiter) – haben daher ein Veranstaltungsprogramm entwickelt, das zur Diskussion über die aktuelle Stadtentwicklung und die Frage nach der Kunst im öffentlichen Raum einladen möchte. Eine Gesprächsrunde, Künstlergespräch sowie unter anderen eine Katalogpräsentation sind geplant. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Biografie

1967 Gründung von Haus-Rucker-Co durch Laurids Ortner, Günter Zamp Kelp und Klaus Pinter in Wien. 1970 Eröffnung von Studios in Düsseldorf und New York. 1971 Eintritt von Manfred Ortner. 1972 Eigenständige Studios: Haus-Rucker-Co in Düsseldorf (mit L. Ortner, G. Zamp Kelp, M. Ortner); Haus-Rucker-Inc., New York (mit K. Pinter, C. Michels u.a.). 

1977 Auflösung von Haus-Rucker-Inc. Beginn selbständiger Tätigkeit von K. Pinter als freier Künstler und C. Michels als Journalistin. 1987 Eröffnung eigenständiger Architekturbüros durch Laurids Ortner, Manfred Ortner und G. Zamp Kelp. 1992 Auflösung von Haus-Rucker-Co, Düsseldorf.

MANNHEIMER KUNSTVEREIN

Pressetext


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Ausstellungen

Susanna Hertrichs Einzelausstellung im MKV

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Einladung des Mannheimer Kunstvereins, siehe Link:

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Ausstellungen

Mannheimer Kunstverein – Ausstellungsaufbau

Susanna Hertrich veranschaulicht „Die Abhängigkeit unseres Weltbildes von der Länge unseres Moments

Erste Eindrücke von Susanna Hertrichs Einzelausstellung: zu sehen sind mehrere neuere Arbeiten, welche zusammen mit den vorausgegangenen Objekten, Videos und Sounds in ein einheitlich gestaltetes Display eingebettet sind.

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Lehraufträge

„Inszenierungen von Sexualität in der feministischen Kunst“

Am 19. und 20. Mai 2018 findet in der Stadtgalerie Saarbrücken als Auftakt der Ausstellung „In the Cut – Der männliche Körper in der feministischen Kunst“ (18. Mai bis 30. September) ein zweitägiges Symposium statt. Mit wissenschaftlichen Vorträgen, Podiumsdiskussionen und einer Performance mit anschließender Diskussion will das Symposium das Ausstellungsthema in einen wissenschaftlichen Kontext stellen. Es geht dabei um die Inszenierung von Sexualität in der feministischen Kunst.

Die Ausstellung beinhaltet Werke der international renommierten Künstlerinnen Eunice Golden, Carolee Schneemann, Joan Semmel, Susan Silas, Betty Tompkins, Anke Doberauer, Anna Jermolaewa, Herlinde Koelbl (2. v. r.), Julika Rudelius und Paula Winter.

An die Eröffnung des Symposiums durch die Amerikanistik-Professorin Astrid M. Fellner schließt der Einführungsvortrag der Leiterin der Stadtgalerie Saarbrücken, Andrea Jahn, zum Thema „A Feminist Desire: Vom männlichen Akt zum erotischen Körper“ an. In beiden von den Ko-Organisatorinnen Andrea Jahn und Hortense Pisano geleiteten Podiumsdiskussionen kommen die Künstlerinnen der Ausstellung selbst zu Wort. Die erste Podiumsdiskussion (in englischer Sprache) findet am Samstag, den 19. Mai, statt und die zweite (in deutscher Sprache) am Sonntag, den 20. Mai. Zum Abschluss des Symposiums ist die Videoinstallation „Censored Rooms“ zu sehen. Im Anschluss an die Präsentation steht das Künstlerpaar Ingrid Mwangi (Abb. 2. v. l) und Robert Hutter (Abb. l) für eine Diskussion zur Verfügung.

Das Symposium findet in der Stadtgalerie Saarbrücken statt und wird veranstaltet von der Stadtgalerie Saarbrücken in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Nordamerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft, dem Forum Geschlechterforschung und dem Institut für Kunstgeschichte der Universität des Saarlandes.

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News: Artikel

Anregend, kein Aufreger

Im HKW Berlin startete die transmediale im dreißigsten Jahr mit einem gut besuchten Festivalwochenende. „Ever elusive“ („immer ausweichend, schwer fassbar“), das Motto des Medienfestivals könnte zugleich auch als Kritik umformuliert werden. Es gelang dem Festival nicht, die aktuell brisanten Themen der Digitalisierung in den Panels auf den Punkt zu bringen.

Die 30. Ausgabe des Medienkunstfestivals transmediale ist im Haus der Kulturen der Welt in Berlin gestartet – weitere Veranstaltungen bis 5. März 2017.

Sexy ist sie allemal. Die Berliner transmediale. Einst galt das Festival als ein Treffpunkt für Freaks, Computernerds, technikverliebte Visionäre sowie Bastler. Über die Jahre hinweg erhielten auch immer wieder politisch motivierte Hacker-Aktivisten eine Plattform. Waren es zu Beginn der 90er-Jahre etwa italienische Anti-Globalisierungsgegner, deren Computer nach den Aufständen in Genua konfisziert wurden und in Folge über das harte Vorgehen der Polizei in der Berlusconi-Ära berichteten; kamen zuletzt Twitter-AktivistInnen aus den Krisenherden des gesamten Erdballs zu Wort.

Wer genau diese Atmosphäre im diesjährigen Jubiläumsjahr suchte, der wurde enttäuscht. Vom Flair der einstigen Nischenveranstaltung ist dreißig Jahre nach Entstehung des Medienkunstfestivals nur noch wenig zu spüren. Was der Beliebtheit der transmediale keinesfalls schadet. Im Gegenteil. Turbulent ging es durchaus zu. So ist es für Berlins Hipster offenbar schick geworden, am vereisten Spreeufer entlang bis zum frisch renovierten Haus der Kulturen der Welt (HKW) zu schlittern. Ein Publikum, das im Schnitt jünger als das Festival selbst ist, strömte am Festivalwochenende (2.2.- 5.02.) in die angebotenen Vorträge, Film- sowie Videovorführungen als auch in die parallel veranstaltete Ausstellung „alien matter“. In kurzer Zeit waren sämtliche Tickets ausverkauft. Da hieß es, sich gedulden und Schlangestehen.

Ein Foto aus der Sonderausstellung „alien matter“. Laut Aussage der Organisatoren ist unter dem Titel eine „vom Menschen gemachte, ihm gleichzeitig radikal fremde, potenziell intelligente Materie“ zu verstehen – das Ergebnis sei eine zunehmende Naturalisierung von technologischen Artefakten, welche als autonome Akteure die zentrale Rolle des Menschen infrage stellen. Zum Beispiel:  Einar Yoldas: Artificial Intelligence for Governance, The Kitty von 2016 – Stubentieger übernehmen alsbald die Weltherrschaft? Das Publikum war sichtlich angetan.

Auf Verjüngungskurs

Kristoffer Gansing ist seit 2012 künstlerischer Leiter des Medienkunstfestivals. Sein Programm, das mit einer glatten Fotoglanzästhetik im Begleitheft beworben wird und aus der Feder des New Yorker Künstlerkollektivs DIS stammen könnte, hat diesen Verjüngungskurs der transmediale ermöglicht.

Jugendlich, frisch und nach wie vor anregend von der Themenauswahl ist die transmediale. Doch eines ist die Veranstaltung 2017 erstaunlicherweise nicht gewesen – kein bisschen aufregend. Obschon sich in den Panels durchaus wissenschaftliche Netzprominenz versammelt hat, bescherten die Vorträge selten tiefgreifende Erkenntnisse. Vielmehr stellte sich der Eindruck ein, viele der vorgestellten Themen wiederholen sich, zirkulieren um sich selbst, ohne, wie gesagt, neue Forschungsergebnisse zu liefern. Statt nach Lösungen zu suchen und in kleineren Runden zu diskutieren, wurde in der Hauptsache referiert – die Mediengeschichte historisch aufgearbeitet, erste Forschungsschritte lediglich skizziert.

Die Tendenz zur Wiederholung und Vereinfachung mag dem vorwiegend jungen Publikum geschult sein oder auch der 30-jährigen Jubiläumsausgabe. Das hat aber zur Folge, dass ausgerechnet der zukunftsweisende Aspekt, welcher dem Medienfestival programmatisch inhärent sein sollte, sowohl in den Panels als auch in der Ausstellung weitgehend fehlte.

Mehr Mitsprache?

Das Problem ist bekannt. So hatte Gansing im Vorfeld der transmediale angekündigt, Abhilfe zu schaffen. Die Kluft zwischen Theorie und Praxis versprach er, durch das Konzept eines „partizipatorisches Festivals“ schließen zu wollen. „Ein Zusammenspiel unterschiedlicher „Streams“ oder Stränge, die sich um Handeln, Schaffen, Teilen und Sichern drehen“, sollte die 30. Ausgabe laut Gansing werden.

Mit Blick auf die Kommunikationsmöglichkeiten des Internets, ein viel versprechender Ansatz. Nach dem Wochenende stellte sich nun zunächst Ernüchterung ein – noch ist Gansings Konzept nicht ersichtlich geworden.

Fast könnte man meinen, die Veranstalter hätten mit dieser Kritik von außen gerechnet. So ist das Festival diesmal mit dem Titel „Ever elusive“ überschrieben, was auf Deutsch mit „schwer fassbar“ übersetzt werden kann.

Gewiss: Die Unsichtbarkeit von digitalen Abläufen und die daran geknüpfte Beeinflussung unserer Wahrnehmung – unseres Konsumverhaltens, unserer politischen Meinungsbildung bis hin zur eigenen Körperwahrnehmung – das alles sind, gerade in Anbetracht der jüngsten Ereignisse rund um das Wahlgeschehen in den USA, erschreckende Tatsachen, die es immer wieder aufs Neue ins Bewusstsein der Festivalbesucher zu rücken gilt. Allerdings bleibt die Frage, ob das jetzige Format diese gewichtigen Themen adäquat behandelt, zumal sie ähnlich in den vorangegangenen Jahren im Fokus der Panels und Workshops standen.

Immerhin: Selbst wenn das Festival im 30. Jahr in einigen Punkten schwächelte, bleibt eines doch gewiss – die transmediale wird ein wichtiger Treffpunkt für die internationale Netz-community bleiben und das Format dürfte sich entsprechend fortentwickeln.

Daher am Schluss noch ein Plädoyer: die Vielfalt des Festivals zu erhalten, das heißt: der Videokunst ebenso wie aktuellen Soundarbeiten und den bildenden Künsten an der Schnittstelle zur Technik im HKW zu gleichen Teilen einen Raum zu geben. Dem derzeitigen Hang zur Vereinfachung und zur Verbildlichung von Themen eben nicht nachgeben. Das Publikum stärker mit in die Diskussionen einzubeziehen. Nur so werden sich die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters auf dem Festival abbilden.

Visuell beeindruckend ist der Großteil der Videos, Objekte und Installationen in der Ausstellung. Das kritische Potenzial der insgesamt 30 Arbeiten erschließt sich aber meist erst beim Lesen des Begleitbüchleins.