Vorschau: 20 prepared dc-motors, 81 cardboard boxes 70x70x70cm, 2014

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Eine Ausstellung von:

Zimoun & Hannes Zweifel

 Ausstellungsdauer: 10. August bis 21. September 2014

 Eröffnung: Samstag, den 9. August, um 18 Uhr, im Anschluss findet ein Künstlergespräch statt

Gastkuratorin: Hortense Pisano, Direktion: Martin Stather

für den

MANNHEIMER KUNSTVEREIN

Augustaanlage 58

68165 Mannheim

Tel. 0621-402208 / Fax. 0621-442247

…auf den Spuren Guy E. Debords

…so gewinnt man in Anbetracht des Ausstellungskonzeptes den Eindruck, bewegt sich die 14. documenta zurzeit in Kassel.

Politisch war und ist jede Ausgabe der Kunstausstellung documenta in Kassel gewesen: Doch diese 14. Ausgabe will offenkundig keine pädagogische Mitmachschule sein noch den Besuchern schöne Bilder liefern – die Allgegenwart von Kriegen, die daraus entstehenden Migrationgsströme, das daran geknüpfte globale Marktgeschehen und mittendrin die Kunst und der Mensch, all das kommt auf dieser documenta zur Sprache – hier eine Auswahl meiner fotografischen ersten Eindrücke, die an den verschiedenen Orten der über die gesamte Stadt Kassel verteilte Kunstausstellung entstanden sind. Mein erster Eindruck: sich viel Zeit nehmen, die mitgebrachten Publikationen lesen und erneut hinfahren.

 

 

Design: wie beeinflussen Migrationsströme unsere Gestaltung?

Für die vielfältigen Eindrücke sowie für den Austausch im Rahmen der Tagung „Design Dispersed. Formen der Migration und Flucht“ meinen Dank den Organisatorinnen Prof. Dr. Burcu Dogramaci und Prof. Dr. Kerstin Pinther von der LMU München:

„Die Tagung „Design Dispersed“ will den komplexen und heterogenen Verbindungslinien zwischen Migration und Design im 20. und 21. Jahrhundert nachgehen. Deren Spannbreite reicht von Hussein Chalayans Kollektion „Afterwords” (2000), in der Migration und Displacement über die Transformation von Möbeln in mobile Kleidungsstücke thematisiert werden, zu Walé Oyéjidés Modeentwürfen „After Migration“ (2016) und zu Lucy Ortas „Refuge Wear – Habi tent“ (1992/93). Einzubeziehen sind auch historische Projekte des emergency shelter, Flucht und Exil von Bauhaus-Architekten und Designer_innen oder partizipative Designprojekte mit Geflüchteten. Während Fragen von Kunstproduktion und Theorie im Kontext globaler Migration mehrfach thematisiert worden sind, fehlt eine grundlegende und vergleichende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Design und Migration. Um die bislang äußerst parzellierten Diskussionen zusammenzuführen, schlagen wir einen Designbegriff vor, der alle formgebenden Ansätze zur Gestaltung von Dingen und Produkten – Mode und Architektur eingeschlossen – umfasst. Fragen ergeben sich nach den ästhetischen Auswirkungen, die durch Vernetzung, Überlagerung und Mischung der Formen entstehen, aber auch zu den politischen und sozialen Dimensionen von Gestaltung. In drei Panels sollen Objekte und Designpraxen im Kontext von Migration, Exil und Flucht diskutiert werden.

Design Dispersed – Formen der Migration fragt danach, wie sich Erfahrungen von Migration, Flucht und Exil in den Dingen oder den Entwürfen von Designer_innen spiegeln. Uns interessieren Artefakte, die diese sozialen und politischen Dimensionen erfahrbar machen. Wie sind jene Prozesse der Objektgeschichte eingeschrieben – und zu einem Teil der Produkterfahrung geworden? Wie verhält es sich mit einer gestalterischen Produktion von „Heimat“? Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang die Materialität der Dinge?

Design Dispersed – Design von & für Migrant_innen will Design-Konzeptionen für Geflüchtete – vor allem im Bereich der Architektur und Sozialer Medien – kritisch diskutieren und historisieren. Angesichts von aktuell mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Konflikten und Verfolgung entfaltet das Themenfeld Design und Gesellschaft (erneut) eine besondere Relevanz. Davon zeugen nicht nur eine Reihe unterschiedlicher Initiativen wie „What Design Can Do“ oder „Better Shelter Org“, sondern auch erste Ausstellungen (etwa MOMA 2017, Architecture of Displacement).

Auf der anderen Seite kreieren auch Migrant_innen und Menschen auf der Flucht notwendige Dinge. Diese Erscheinungsformen einer Design- und Produktkultur von Migrant_innen in den Blick zu nehmen, ist ebenfalls Desiderat.

Design Dispersed – Designer_innen als kulturelle Agenten und Broker nimmt die Design-Akteure selbst in den Blick. Hier kann die Migration von Architekt_innen unter den Bedingungen des Exils, die Lokalisierung ihres Schaffens ebenso thematisiert werden wie rezente (temporäre) Re-Migrationen in Europa oder Amerika ausgebildeter Designer_innen und Architekt_innen in ihre Herkunftsländer. Auch die Diskussion einer Designpraxis als Möglichkeit identitärer Neuverordnung bieten Anknüpfungspunkte. Welche neuen Topographien und Netzwerke ergeben sich aus diesen Ortswechseln?“

(Tagungstext)

Tagung der LMU München (09.02. – 1 1.02.2017)

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Mode aus dem Koffer von Hussein Chalayan

Anregend, kein Aufreger

Im HKW Berlin startete die transmediale im dreißigsten Jahr mit einem gut besuchten Festivalwochenende. „Ever elusive“ („immer ausweichend, schwer fassbar“), das Motto des Medienfestivals könnte zugleich auch als Kritik umformuliert werden. Es gelang dem Festival nicht, die aktuell brisanten Themen der Digitalisierung in den Panels auf den Punkt zu bringen.

Sexy ist sie allemal. Die Berliner transmediale. Einst galt das Festival als ein Treffpunkt für Freaks, Computernerds, technikverliebte Visionäre sowie Bastler. Über die Jahre hinweg erhielten auch immer wieder politisch motivierte Hacker-Aktivisten eine Plattform. Waren es zu Beginn der 90er-Jahre etwa italienische Anti-Globalisierungsgegner, deren Computer nach den Aufständen in Genua konfisziert wurden und in Folge über das harte Vorgehen der Polizei in der Berlusconi-Ära berichteten; kamen zuletzt Twitter-AktivistInnen aus den Krisenherden des gesamten Erdballs zu Wort.

Wer genau diese Atmosphäre im diesjährigen Jubiläumsjahr suchte, der wurde enttäuscht. Vom Flair der einstigen Nischenveranstaltung ist dreißig Jahre nach Entstehung des Medienkunstfestivals nur noch wenig zu spüren. Was der Beliebtheit der transmediale keinesfalls schadet. Im Gegenteil. Turbulent ging es durchaus zu. So ist es für Berlins Hipster offenbar schick geworden, am vereisten Spreeufer entlang bis zum frisch renovierten Haus der Kulturen der Welt (HKW) zu schlittern. Ein Publikum, das im Schnitt jünger als das Festival selbst ist, strömte am Festivalwochenende (2.2.- 5.02.) in die angebotenen Vorträge, Film- sowie Videovorführungen als auch in die parallel veranstaltete Ausstellung „alien matter“. In kurzer Zeit waren sämtliche Tickets ausverkauft. Da hieß es, sich gedulden und Schlangestehen.

Auf Verjüngungskurs

Kristoffer Gansing ist seit 2012 künstlerischer Leiter des Medienkunstfestivals. Sein Programm, das mit einer glatten Fotoglanzästhetik im Begleitheft beworben wird und aus der Feder des New Yorker Künstlerkollektivs DIS stammen könnte, hat diesen Verjüngungskurs der transmediale ermöglicht.

Jugendlich, frisch und nach wie vor anregend von der Themenauswahl ist die transmediale. Doch eines ist die Veranstaltung 2017 erstaunlicherweise nicht gewesen – kein bisschen aufregend. Obschon sich in den Panels durchaus wissenschaftliche Netzprominenz versammelt hat, bescherten die Vorträge selten tiefgreifende Erkenntnisse. Vielmehr stellte sich der Eindruck ein, viele der vorgestellten Themen wiederholen sich, zirkulieren um sich selbst, ohne, wie gesagt, neue Forschungsergebnisse zu liefern. Statt nach Lösungen zu suchen und in kleineren Runden zu diskutieren, wurde in der Hauptsache referiert – die Mediengeschichte historisch aufgearbeitet, erste Forschungsschritte lediglich skizziert.

Die Tendenz zur Wiederholung und Vereinfachung mag dem vorwiegend jungen Publikum geschult sein oder auch der 30-jährigen Jubiläumsausgabe. Das hat aber zur Folge, dass ausgerechnet der zukunftsweisende Aspekt, welcher dem Medienfestival programmatisch inhärent sein sollte, sowohl in den Panels als auch in der Ausstellung weitgehend fehlte.

Mehr Mitsprache?

Das Problem ist bekannt. So hatte Gansing im Vorfeld der transmediale angekündigt, Abhilfe zu schaffen. Die Kluft zwischen Theorie und Praxis versprach er, durch das Konzept eines „partizipatorisches Festivals“ schließen zu wollen. „Ein Zusammenspiel unterschiedlicher „Streams“ oder Stränge, die sich um Handeln, Schaffen, Teilen und Sichern drehen“, sollte die 30. Ausgabe laut Gansing werden.

Mit Blick auf die Kommunikationsmöglichkeiten des Internets, ein viel versprechender Ansatz. Nach dem Wochenende stellte sich nun zunächst Ernüchterung ein – noch ist Gansings Konzept nicht ersichtlich geworden.

Fast könnte man meinen, die Veranstalter hätten mit dieser Kritik von außen gerechnet. So ist das Festival diesmal mit dem Titel „Ever elusive“ überschrieben, was auf Deutsch mit „schwer fassbar“ übersetzt werden kann.

Gewiss: Die Unsichtbarkeit von digitalen Abläufen und die daran geknüpfte Beeinflussung unserer Wahrnehmung – unseres Konsumverhaltens, unserer politischen Meinungsbildung bis hin zur eigenen Körperwahrnehmung – das alles sind, gerade in Anbetracht der jüngsten Ereignisse rund um das Wahlgeschehen in den USA, erschreckende Tatsachen, die es immer wieder aufs Neue ins Bewusstsein der Festivalbesucher zu rücken gilt. Allerdings bleibt die Frage, ob das jetzige Format diese gewichtigen Themen adäquat behandelt, zumal sie ähnlich in den vorangegangenen Jahren im Fokus der Panels und Workshops standen.

Immerhin: Selbst wenn das Festival im 30. Jahr in einigen Punkten schwächelte, bleibt eines doch gewiss – die transmediale wird ein wichtiger Treffpunkt für die internationale Netz-community bleiben und das Format dürfte sich entsprechend fortentwickeln.

Daher am Schluss noch ein Plädoyer: die Vielfalt des Festivals zu erhalten, das heißt: der Videokunst ebenso wie aktuellen Soundarbeiten und den bildenden Künsten an der Schnittstelle zur Technik im HKW zu gleichen Teilen einen Raum zu geben. Dem derzeitigen Hang zur Vereinfachung und zur Verbildlichung von Themen eben nicht nachgeben. Das Publikum stärker mit in die Diskussionen einzubeziehen. Nur so werden sich die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters auf dem Festival abbilden.

-Partnerprogramm: bis zum 5.03.2017

Potenziell intelligente Materie

Die 30. Ausgabe des Medienkunstfestivals transmediale ist im Haus der Kulturen der Welt in Berlin gestartet – weitere Veranstaltungen bis 5. März 2017.

Einige Eindrücke von der Sonderausstellung“alien matter“. Laut Aussage der Organisatoren ist unter dem Titel eine „vom Menschen gemachte, ihm gleichzeitig radikal fremde, potenziell intelligente Materie“ zu verstehen – das Ergebnis sei eine zunehmende Naturalisierung von technologischen Artefakten, welche als autonome Akteure die zentrale Rolle des Menschen infrage stellen.

Maschine, Mensch, Tier: Einar Yoldas: Artificial Intelligence for Governance, The Kitty von 2016 – bei dieser zukunftsvisionierten Arbeit hat eine Künstliche Intelligenz die Weltherrschaft übernommen. Statt eines furchteinflößenden Gesichtes erscheint Big Brother im Jahre 2039 als niedliche 3D-animierte Katze. Stubentieger übernehmen alsbald die Weltherrschaft? Das Publikum war sichtlich angetan.
Visuell beeindruckend ist der Großteil der Videos, Objekte und Installationen in der Ausstellung. Das kritische Potenzial der insgesamt 30 Arbeiten erschließt sich aber meist erst beim Lesen des Begleitbüchleins. Oder wie würden sie diesen Sessel einordnen?


Da schau her – Kunst auf den Uni-Campus Saarbrücken

Manch großes Kunstwerk entdeckt man tatsächlich erst so richtig auf den zweiten Blick, so ging es uns am Freitag auf dem Uni-Campus in Saarbrücken im Rahmen des Seminars „Übung zur Kunstkritik“. Mit den Studenten begebe ich mich auf Spurensuche nach Kunst am Bau-Projekten: Von außen ähnelt er ja eher einer rostig abweisenden Trutzburg, Richard Serras zentral auf dem Campus platzierter „Torque“ (s. Abb.). Von innen überrascht uns die fast siebzehn Meter hohe Skulptur aus Stahlplatten dann durch eine ungeahnt sakrale Anmutung.

An allen Ecken Kunst auf dem Campus: Unter anderen in der Mensa – gestaltet wurde die Beton-Brut-Architektur von Otto Hajek – spektakulär, alles passt hier wunderbar funktional zusammen, selbst die Beleuchtung.


Quo vadis: Kunstkritik?

Lehrbeauftragte der Universität des Saarlandes am Institut für Kunstgeschichte im WS 2016/17: „Übung zur Kunstkritik – Ausstellungskritiken beurteilen lernen und selbst verfassen“

Praxistag: Besuch der Ausstellung „Two Measures of Time“ mit den Studierenden in der Stadtgalerie Saarbrücken: hier befinden wir uns im Gespräch mit Klangkünstler Martin Riches. 
Der renommierte Klangkünstler Riches nimmt sich viel Zeit, um den Studierenden und Besuchern seine Maschinenkunst zu erklären. Dieser Ausstellungsbesuch bringt uns nicht nur ins Gespräch mit dem Künstler. Darüber hinaus findet sich im Anschluss die Gelegenheit zum Verfassen einer Ausstellungskritik.
Im Dialog zu Riches: Max Eastleys kinetischen Objekte und Installationen, gleichfalls in der Stadtgalerie ausgestellt.
Im Ausstellungsraum der Kunstakademie Saarbrücken können wir uns ein Bild davon machen, was es heisst, wenn angehende Kuratoren mit Künstlern arbeiten. Sie werden zu „Komplizen“, so lautet jedenfalls der gleichnamige Titel zur Schau.

Auszug aus dem Seminartext: Diese „Übung zur Kunstkritik“ ist dazu angelegt neben den theoretischen Grundlagen vor allem die eigene Schreibpraxis zu fördern – Studierende können daher nach dem Besuch einer Ausstellung ihre eigenen Beiträge, in Form eines Blog-Eintrages, einer Ausstellungskritik, eines Künstler-Interviews oder eines Essays abgeben.

Der Besuch einer Zeitung soll gleichfalls dazu dienen, ihnen Einblick in das Berufsfeld des Kunstkritikers zu vermitteln. Ein Berufszweig, der sich in den letzten Jahren zunehmend gewandelt hat und nicht selten als „tot“ erklärt wird, weshalb auch diese Entwicklung und der ambivalente Status des Kunstkritikers ein Thema unserer Übung sein wird. Ihr kritisches Urteil ist hier erwünscht.

Gender in Trouble?


Lehrauftrag an der Universität Heidelberg // Fach: Europäische Kunstgeschichte // WS 2015/16

Gender in Trouble? Wie out ist der Feminismus in der Kunst heute?

Einführung:              12. Oktober 2015, 14.00 Uhr, Raum 001

im Anschluss:          14 tg., Mo 10.00-14.00 Uhr, Raum 001

Dozentin: Hortense Pisano, M.A.

„Frauen vorn!“, titelte unlängst das Kunstmagazin art und widmete den Frauen zur Bestätigung gleich ein ganzes Themenheft. Das Interesse explizit an Künstlerinnen, an den Stars, Aufsteigerinnen und an den in Vergessenheit geratenen ist groß wie nie. Medien und Ausstellungsbetrieb haben die Frauen für sich entdeckt. Das Stigma des Feminismus möchte sich aber keiner mehr anheften lassen. Der Feminismus ist out, heißt es zur Begründung.

Die aktuelle Stimmung miteinbeziehend wollen wir uns im Rahmen des Seminars fragen: Welche Schwerpunkte setzen Kuratoren heute in Ausstellungen, die ausschließlich Künstlerinnen zeigen? Brauchen wir eine Neudefinition des Begriffs Feminismus?

Wie fing das damals überhaupt an: Weshalb begannen Künstlerinnen im Zuge der Feminismusbewegung, den eigenen Körper zum Austragungsort ihrer Themen zu machen? Und wie nähert sich die junge Kunstgeneration den Fragen nach weiblicher Identität und nach tradierten Rollenbildern? Wie hat sich das Bild der Frau im Zeitalter digitaler Medien verändert?

Auch dem Kunstmarkt gilt unser Interesse: Welche Künstlerinnen haben sich seit den 1968er-Jahren international etablieren können? Wen fördert der Kunstmarkt, wer fiel durchs Raster der Kunstgeschichte?

Im Gespräch…

Licht und Schatten

mit der Künstlerin Friederike Walter

„Meine Bilder schreien dich nicht an. Sie brauchen eindeutig Zeit, bis sie anfangen, ihre Fragen zu stellen“, so sagt Friederike Walter im Interview. Die Künstlerin baut, zeichnet und malt Räume. Damit hat sie bereits während ihres Studiums an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach begonnen. Der Tradition des modernen Flaneurs verpflichtet, findet sie ihre Motive im Stadtraum vor oder erfindet sie im Gedankenspiel neu. Sei es, dass uns die Künstlerin Einblicke in scheinbar private Zimmer gewährt oder ohne helfenden Erzählfaden durch anonym dargestellte Räume irren lässt, ihre zunehmend abstrakter werdenden Bilder sind das, was der amerikanische Kunstkritiker Michael Fried¹ einst über die Werke der Minimal Art schrieb: eine literalistische Kunst. Denn ähnlich wie die Objekte der Minimal-Künstler wollen auch Walters Ölbilder „in einer Situation erfahren (werden) – und zwar in einer, die geradezu den Betrachter mit umfasst“. Über die unmittelbare Wirkung, welche ihre Bilder auf unsere Wahrnehmung ausüben, sprach ich mit Friederike Walter in ihrem Frankfurter Atelier.

Hortense Pisano: Erst kürzlich haben wir uns in einer Ausstellung temporäre Behausungen angeschaut, die sich alle wohltuend vom Prinzip der üblichen vier feststehenden Wände abhoben. Räume, so hast du mir erzählt, haben dich stets fasziniert. Weshalb faszinieren dich ausgerechnet jene rein funktionalen, reduzierten Räume, wie etwa Fahrstühle, Schächte, Tiefgaragen, entleerte Zimmer und Raumfragmenten, die du malst?

Friederike Walter: Jeder Raum, der uns umgibt hat eine eigene Ausstrahlung – darauf achte ich und merke mir seine Beschaffenheit. Oft bewege ich mich auch in Gedanken durch Räume. Ich stelle mir vor, wie ich durch ein Haus gehe und mir dessen Zimmer ansehe. Ich suche diese imaginären Räumen und finde sie, um sie in Malerei umzusetzen.

Du sagtest gerade, du hättest dir angewöhnt, imaginäre Räume zu konstruieren, um durch sie hindurch zu gehen. Das klingt nach Anwendung der antiken Mnemotechnik. Eine Verbindung zwischen einem erdachten Raum und einer Textstruktur hätte ich bei dir nicht automatisch hergestellt, aber jetzt, wo wir darüber reden, macht es Sinn.  

F. W.: Zwischen der Mnemotechnik und meiner Aufforderung, sich in Gedanken durch Räume zu bewegen, gibt es gewisse Überschneidungen – auch in meinen Arbeiten geht es ja um das Abrufen von Erinnerungen. Vor allem möchte ich aber die Neugier des Betrachters wecken, damit er anfängt, darüber nachzudenken, welchen Bildraum er gerade in Gedanken betritt. Wie sind die Größenverhältnisse zwischen ihm und dem Raum usw.? Mich selbst haben frühzeitig ähnliche Fragen beschäftigt. Zuerst begann ich, Jahreskalender als Grundlage für die von mir gestalteten Räume zu nutzen. In die Buchseiten hinein habe ich Durchbrüche erzeugt, Türen, Fenster und Schlitze in die mit Notizen gefüllten Seiten geschnitten, wodurch der Eintrag bzw. die Zeichnung vom Vortag sichtbar wurde. Raum wurde für mich damals als ein Zeitabschnitt erfahrbar.

Beim Anblick deiner Bilder kam mir Gaston Bachelards Äußerung in den Sinn, das Haus sei unser Winkel der Welt. Die Intimität des Hauses gewährt dem Träumer nach Bachelards Vorstellung Schutz. Doch je besser verräumlicht unsere Erinnerungen sind, desto feststehender, zeitloser werden sie. In welcher Konstellation stehen Raum, Zeit und Erinnerung in deinen Bildern?                               

F. W.: Räume, so habe ich anhand meiner autobiografisch angelehnten Jahreskalender zu erklären versucht, sind für mich täglich aufeinander folgende Zeitabschnitte. Zeiträume, die ich mir anschaue und in denen ich verweilen kann. Vor allem meine Serie „Raumlichte“ entstand mit dem Ziel, ähnliche Raum-Zeit-Fragen beim Betrachter auszulösen. Ausgehend von der Frage: In welchem Raum befinde ich mich gegenwärtig und welchen Erinnerungsraum denke ich zugleich mit? Bis hin zur Frage: Wohin käme ich, würde ich diesen Raum in eine Zukunft erweitern?

 „Wir sind umgezogen“ lautet der Titel einer deiner Bilder, der wie ein Zuruf klingt. Dieses Bild entfaltet seinen poetischen Reiz durch minimal gesetzte Akzente – etwa jene auf Wand und Boden sich ergießenden Lichtreflexe oder durch die wenigen im Raum verbliebenen Möbel. Woher stammte die Idee zu diesem die Phantasie anregenden Motiv?                                                              

F. W.: Ich habe das Zimmer mit den vier auf dem Tisch stehenden Stühlen in Wien entdeckt, in einem leer stehenden Laden.

Konntest du den Laden betreten?      

 F. W.: Nein, ich musste die Situation durch die Fensterscheibe hindurch fotografieren. Das ursprüngliche Motiv habe ich darauf leicht verändert. Tisch und Stühle sind geblieben. Mir gefiel an diesem Arrangement, dass es offen bleibt, ob hier gerade etwas beendet wurde oder schon etwas Neues beginnt. Ich mag diese Ambivalenz in Bildern. Bei meinem Bild Aufzug „6. Stock“ ist das ähnlich, hier weiß der Betrachter auch nicht genau, ob er vor oder im Inneren des Aufzugs steht. Es könnte beides sein…

Beim Betrachten jenes besagten leeren Zimmers ist mir der Gedanke gekommen, es handele sich hier um dein eigenes. Tatsächlich bietet deine Serie der „Räume“ uns noch die Möglichkeit, Restspuren von Privatheit zu entdecken. „Raumlichte“ und „Ansichten“ sind beides Serien, die du 2007 und damit später begonnen hast. Die Räume wirken aufgrund ihrer spärlichen Informationen noch rätselhafter, sind verschachtelt. Weshalb?                  

F. W.: Den Eindruck von in sich verschachtelten Räumen habe ich bei meinen später gemalten Bildern noch zu verstärken versucht. Das geht soweit, dass man bei den „Betrachtungen von allen Seiten“ nicht mehr weiß, wo oben und unten ist, die Orientierung im Raum also maßgeblich erschwert wird.

Auf die Idee zu dieser Bildserie kam ich erstmals 2013 in Budapest. Damals begann ich aufgrund eines Reisestipendiums mit kleineren Formaten zu arbeiten. Als ich dann an einem Morgen zurück ins Atelier kam, stand mein gerade begonnenes Bild auf dem Kopf. Für mich hat sich da wie ein Hebel umgelegt. Plötzlich war mir bewusst, dass bei jeder Drehung des Bildes ein anderer Raum zu Tage tritt. Ich begann darauf, eine Serie an Räumen zu malen, die ein und dasselbe Motiv aus vier verschiedenen Richtungen zeigt. Das Motiv ist im bzw. gegen den Uhrzeiger gedreht. Der Betrachter soll diesen Perspektivwechsel gleichfalls nachvollziehen können.

Apropos Multiperspektive, hat dich Caspar David Friedrichs Zeichnungen „Blick aus dem Atelier“  eigentlich auf eine Art inspiriert? Ich meine jenes karg gezeichnete Zimmer, von dem aus der Blick durch ein Fenster hinaus auf die Elbe gelenkt wird. Vor allem, weil Friedrich sein Atelier einmal aus der Perspektive des linken und ein zweites Mal aus der Perspektive des rechten Auges festgehalten hat, das Sehen als Vorgang thematisiert, ähnlich wie das auch bei dir der Fall ist.             

F. W.: Ja sicher, ich kenne die Zeichnung. Inspiriert direkt hat sie mich nicht, aber du hast Recht, da besteht eine starke Verbindung. Gerade in meinen aktuellsten Arbeiten, geht es um das binokulare Sehen. Ein und dasselbe Motiv kann, wenn es gedreht wird, eine vollkommen neue Raumwahrnehmung erzeugen.

Während Friedrich um das Jahr 1805 die Natur und mit ihr die Wirklichkeit als etwas spiegelt, das sich außerhalb seiner inneren Gedankenwelt befindet, führt auf deinen Bildern augenscheinlich kein Weg mehr nach draußen. Beginnend mit den „Räumen“ als auch bei den Serien „Raumlichte“, den „Ansichten“ und „Betrachtungen“ bleibt die Sicht ins Freie versperrt, wodurch der Eindruck eines Labyrinths entsteht.       

F. W.: Die Suche nach Klarheit ist bei all meinen Bildern grundlegend. Ich finde diese Klarheit in der Fläche. Daher denke ich eher an einen Maler wie Josef Albers, die Art und Weise, wie er Flächen und Farben auf die Leinwand gesetzt hat. Sowohl die Farbfeldmalerei als auch die abstrakte Kunst sind beide für meine eigene Malweise wichtig. Ich würde das Augenmerk daher weniger auf das Fehlen von Natur lenken wollen als viel mehr auf die Art, wie durch das Schichten von Flächen und Farbe Raum und Tiefe auf den Bildern erzeugt wird. – Was du als labyrinthisch empfinden magst, ist der Versuch, den Betrachter vor Entscheidungsfragen zu stellen: Wohin zieht es mich, ins Helle oder Dunkle, will ich lieber nach rechts oder links?

Aber es stimmt schon, meine Bilder schreien dich nicht an – aufgrund ihrer reduzierten Formen und Farbgebung. Sie brauchen eindeutig Zeit, bis sie anfangen, ihre Fragen zu stellen. Das Erzeugen von Stille spielt dabei eine große Rolle.

Deine Bilder beginnen sogar erstaunlich schnell zu sprechen, und zwar sobald wir direkt vor ihnen stehen. Deine aus geometrischen Linien und Flächen aufgebauten Räume wollen dabei mal mit Abstand, mal aus der Nähe oder von rechts und links angeschaut werden. Du willst mit anderen Worten, dass wir unseren festen Standort verlassen, uns vor dem Bild bewegen. In dem Moment, in dem wir uns auf dieses Spiel mit den wechselnden Standpunkten einlassen, erkennen wir auf deinen Bildern einen faszinierenden Wandel an Farben und ein Wechsel auf der Oberflächenstruktur.  

F. W.: Meine Bilder bestehen aus mehreren Schichten unterschiedlicher Ölfarben, die ich im Laufe von drei Monaten übereinander auf die Leinwand schichte. Oft arbeite ich an mehreren Bildern gleichzeitig, weil sie aus derart vielen Farbschichten bestehen.

Jeder Zentimeter Bild ist gefüllt mit Farbe und je nach Lichteinfall kommt eine andere Farbschicht zum Vorschein. Wärmeres Licht bringt die Rottöne besser heraus und entsprechend verhält es sich mit bläulichem Licht. Das mag selbstverständlich klingen, tatsächlich hat der Lichteinfluss aber einen enormen Einfluss auf meine Bilder, insbesondere dort, wo ich Licht darstelle. Ein Weiß besteht bei mir beispielsweise aus einem Hellgelb, -rosa, -blau, eigentlich aus einer Schichtung aller Spektralfarben und diese bringen das Bild schließlich zum Leuchten.

Genauso wichtig ist die Nah- und Fernwirkung der Farben – je näher ich an ein Bild herantrete, desto mehr Farben vermag ich als Betrachter zu entdecken. Von weitem siehst du das Weiß eher als opake Fläche.

Es geht mit anderen Worten um die Substanz moderner Malerei – um das Erschaffen von Farbräumen, welche die dreidimensionierte Guckkastenbühne aufheben.  

F. W.: Ja, so ist es. Mir ist es ganz wichtig, dass jeder Zentimeter Leinwand eine Magie von Farben erzeugt. Deshalb arbeite ich nur mit Tageslicht, damit die feinen Farbnuancen besser zur Geltung kommen.

…und im Winter?

F. W.: …entstehen vornehmlich meine Skizzen – Öl auf Papier.

Lass uns abschließend über deine neueren Arbeiten sprechen: Farbe geht jetzt zunehmend in Form und Fläche über. Der „vorgefundene Raum“ wird hier noch spärlicher angedeutet. Mehr als je zuvor scheinen diese Bilder uns mit der Frage konfrontieren zu wollen, wo beginnt die Realität und wo die Fiktion?    

F. W.: Das Dargestellte scheint auf den ersten Blick real sein zu können, jedoch bei näherer Betrachtung des Raumes löst er sich immer weiter auf, da die Markierungen mehr und mehr fehlen. In den neueren Bildern geht es um Räume, die leer bleiben müssen, nicht mit Mobiliar gefüllt werden können, weil sie jenes Moment in sich tragen sollen, des Gefundenen, gerade erst im Kopf entstandenen Raumes. Ähnlich wie im Traum, wo man eine Tür aufmacht und einen Raum entdeckt, den man vorher noch nie gesehen hat. Deshalb wirken die Räume derart unberührt.

Red. Anm.: In einer leicht veränderten Fassung ist das Interview im „Darmstädter Kalenderblatt 2016“ erschienen.  Friederike Walter lebt und arbeitet als Malerin in Frankfurt am Main, mehr zur Künstlerin finden Sie auf ihrer Homepage: http://www.friederikewalter.de

[1] Michael Fried: Kunst und Objekthaftigkeit, in: „Minimal Art“, Hrsg. Gregor Stemmrich, Dresden/ Basel 1995, S. 342.

Die globale Digitalisierung und ihre Auswirkungen

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 Lehrauftrag im WS 2015/16 an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken // am Institut für Kunstgeschichte//

Inhalt unserer Übung war im Schwerpunkt die thematische Erarbeitung der Ausstellung „Global Control and Censorship. Globale Überwachung und Zensur“, die als Teil der Projektreihe „globale“ im Zentrum für Kunst und Medientechnologie I ZKM Karlsruhe gezeigt wird. Im Anschluss an den Theorieteil zu aktuell brisanten Themen Digitalisierung, Globalisierung, Informationstechnologie und Überwachung erhielten die Studierenden die Möglichkeit, sich mit den in der Ausstellung vorgestellten internationalen Künstlerinnen und Künstlern eingehend auseinander zu setzen, um abschließend die unterschiedlichen technischen und inhaltlichen Herangehensweisen an den Themenschwerpunkt „Globale Überwachung und Zensur“ beurteilen zu können.

Dabei haben wir uns auch die Frage gestellt, ob es grundsätzlich die Aufgabe von zeitgenössischer Kunst sein kann, auf die Gefahren einer digitalen Überwachungsgesellschaft aufmerksam zu machen? Eben dieses Aufklärungsmoment ist erklärtes Ziel der beiden Kuratoren Bernhard Serexhe und Livia Rózsas.

Mit anderen Worten, uns ging es darum zu beurteilen, ob und auf welche Art und Weise die Forderung der Kuratoren in der Ausstellung umgesetzt wurde und wie das umfassende ZKM-Projekt die „globale“ sich insgesamt dem Betachter präsentiert? Gelingt es dem Parcours an parallel gezeigten Ausstellungen sich inhaltlich zu vermitteln? Gibt es einen Art Erzählfaden, der die einzelnen Ausstellungen optisch, etwa durch architektonische Elemente, als auch inhaltlich verbindet? Wie gehen die unterschiedlichen Themenausstellungen aufeinander ein? Um welches Ausstellungsformat handelt es sich bei der „globale“ und was an Kunst wird uns gezeigt?

Einige fotografische Eindrücke von unserer 2-tägigen Exkursion im Februar 2016 in das Zentrum für Kunst und Medientechnologie / ZKM nach Karlsruhe im Rahmen der museumspraktischen Übung „Die globale Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die zeitgenössische Kunstproduktion“.

Meinen persönlichen Dank an das ZKM-Team, insbesondere an B. Serexhe für seine Informationsbereitschaft im Vorfeld unserer Exkursion.

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Museumssammlungen heute

Lehrauftrag an der Universität des Saarlandes/ Saarbrücken / Kunstgeschichtliches Institut
/ 2015

Blockseminar verbunden mit einer Exkursion nach Frankfurt am Main 

Als „Heterotopien der sich endlos akkumulierenden Zeit“ hat Michel Foucault die Museen in seinem Essay „Andere Orte“ einst bezeichnet. Tatsächlich sind die bekannten Maxime eines jeden Museums – das Sammeln, Bewahren, Ausstellen und Vermitteln – heute an konkrete Herausforderungen geknüpft. So stellt sich beispielsweise die Frage nach der Sammlungserweiterung: nach welchen Kriterien werden Werke ausgewählt? Wie und was wird gesammelt?

Frankfurt am Main verfügt über eine facettenreiche Museumslandschaft. Im Rahmen dieses Seminars wollen wir uns exemplarisch mit drei Museen und deren hochkarätigen Sammlungen beschäftigen – erstens: mit dem Museum für Moderne Kunst (MMK 1 und 2), zweitens: dem Städelschen Kunstinstitut (Städel Museum) und drittens: mit dem Museum Angewandte Kunst.

Ziel dieser Übung ist es, Grundlagen der Museumspraxis zu erlernen. Zu diesem Zweck wollen wir uns zunächst der Frage widmen, wie die jeweiligen Sammlungen entstanden sind, wo liegen die Schwerpunkte und wie werden die Werke archiviert? Vor Ort soll der Fokus unserer Betrachtung auch auf den jüngsten Weiterentwicklungen der Häuser liegen. Während die Kunstmuseen – Städel und MMK – ihre Sammlungsflächen erweitert haben, stellt das Museum Angewandte Kunst seit dem Jahr 2014 ein neues Sammlungskonzept vor. Welche Möglichkeiten bzw. Sammlungsprinzipien Museen heute anwenden, um ihre Exponate zeitgemäß zu präsentieren, ist mit anderen Worten Inhalt dieser Übung.

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1. Station: mit den Studierenden im Städel Museum

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3. Station: abschließend im Museum Angewandte Kunst

Der Berliner Skulpturenfund

Entartete Kunst im Bombenschutt

Eine kleine, doch unbedingt sehenswerte Ausstellung gilt es im Mannheimer Kunstverein zu entdecken– denn dort befinden sich zurzeit die vermutlich „letzten Reste“ der nationalsozialistischen Propagandaschau „Entartete Kunst“.
Die beträchtlichen Lücken, welche durch die willkürlichen Beschlagnahmungen und Aussortierungen moderner Kunst in die Sammlungen der hiesigen Museen ab Mitte der 1930er-Jahre geschlagen wurden, kann man in Anbetracht der Berliner Fundstücke – alles Skulpturen – traurig erahnen.
Sie muss demnach neu geschrieben werden: die Kunstgeschichte, auch und vor allem mit Blick auf die Diffamierung viel versprechender Künstlerinnen der Moderne, darunter Marg Moll (sie begann 1902 ihre Ausbildung am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt), Emy Röder oder Milly Steger. Diese spannenden Künstlerlaufbahnen sind bislang noch viel zu wenig bekannt.