Kunstkritikerin & Kuratorin

kurz notiert: Goldene Zeiten für die Art Basel

ArtBasel_web

Eine pulsierende – von Sammlern, Künstlern und anderen internationalen Vips viel besuchte – 44. Art Basel feierte gestern ihre Preview. Zwar wird das Rad auf der Megashow nicht gerade neu erfunden. Auffallend ist zuerst nur die Präsenz der zahreichen Galerien aus Fernost. Einmal mehr aber bewahrheitet sich in der Schweiz: „Wer kann, der kann“. Und Basel kann sich tatsächlich eine Top-Kunstmesse leisten und als Sahnehäubchen obendrauf noch eine Sonderausstellung in Halle 1 bestückt mit Skulpturen (kleine, große, noch viel größere…, Installationen, raumgreifende Arbeiten usw.) sowie einen biennaleverdächtigen Videoparcours mit, man staune, größtenteils politisch motivierten Themen. Auf der „Unlimited“ gilt: Von der Kunstmesse weg ins Museum verkauft.

Unter den von ausgewählten Galerien vorgestellten Arbeiten wäre beispielsweise Alfredo Jaar’s Videoinstallation mit dem Titel „The Sound of Silence“ von 2006 hervorzuheben oder Walid Raads wunderbar poetische scherenschnittartig gefertigte Installation „Views from Outer to Inner Compartments“. Kultug Ataman schließlich heizt mit seinem Video „99 Names“ die aktuelle Debatte in Istanbul über Toleranz gegenüber Andersdenkenden an, wenn er sich stoisch singend und immer heftiger auf die Brust schlägt. 

Und als wäre das alles nicht genug, gibt es neben dem Diskussions- und Performanceprogramm der Messe auch noch die geballte Ladung Kunst in den Museen und Häusern der Stadt. Da darf man schon mal neidisch werden über so viel Können derzeit in Basel. (ab Donnerstag bis Sonntag ist die Kunstmesse fürs Publikum geöffnet)

Wer den elitären Sammlerrummel der Art Basel scheut, den zieht es in den Burgeweg 15 zur betont coolen 18. LISTE, wo es viel entspannter zugeht und es zwischen viel jungem Gemüse, neben vielen bunt gemalten Bildchen und leider auch in diesem Jahr viel naivem Kitsch, auch die ein oder andere Neuentdeckung zu machen gilt. (bis Sonntag)