Kunstkritikerin & Kuratorin

Das FFFi heißt jetzt FFF

FFFDas Fotografie Forum Frankfurt hat seine neuen Räume in der Braubachstraße 30- 32 bezogen. Heute wurde das Ausstellungsprogramm für die kommenden beide Jahre als auch die neue Kursrichtung des Hauses vorgestellt.

Celina Lunsford strahlt selig – und das während der gesamten Pressekonferenz mit insgesamt sieben Gastrednern. „Das ist heute der schönste Tag in der Geschichte Frankfurts“, wird die künstlerische Leiterin des Fotografie Forum Frankfurt (FFF) später sagen. Damit hat sie nicht völlig Unrecht. Schließlich ist es diesmal gelungen, eine wichtige Institution, nebst ihrer Sammlung, in Frankfurt am Main zu halten. Selbstverständlich ist das nicht.

Frau Lunsford, die seit 1992 für das Ausstellungs- und Workshop-Programm des FFF zuständig ist, hat von daher allen Grund gut gelaunt zu sein. Die graue Strähne, die ihr Haar durchzieht, ist ihr auch nicht, wie man annehmen könnte, in den vergangenen sieben Jahren gewachsen. Diese Haarsträhne ist so etwas wie Lunsfords Markenzeichen. Jetzt, wo man sie so strahlend lächelnd in den neuen Räumen des FFF sitzen sieht, erscheint diese graue Strähne sinnbildlich für ihre Geduld und wohl auch für ihre Weisheit. Beides hat sie in der Vergangenheit bewiesen, hat sie beweisen müssen. Denn seit das FFF dem Caricatura Museum im Leinwandhaus hat Platz machen müssen, ist vieles nicht so gelaufen, wie Architekt, Kulturamt und FFF es sich ursprünglich vorgestellt hatten. Am Ende, so berichtete Kulturdezernent Felix Semmelroth, seien ihm schlichtweg die Argumente ausgegangen, weshalb das FFF seine Eröffnung einmal mehr hat verschieben müssen.

Eine böse Überraschung nach der anderen hat sich während der Umbauphase der Räumlichkeiten in der Braubachstraße 30 – 32 aufgetan. So zeigte sich beispielsweise, dass die Bausubstanz des Hauses äußerst schadhaft war. Wasser im Keller des Hauses, verursacht durch den unterirdisch durch die Brauchbachstraße fließenden Bach sorgte für eine weitere böse Überraschung und für weitere Verzögerungen. Die ursprünglich anvisierten Umbaukosten (eine genaue Summe wurde nicht genannt) wurden um ca. 20 Prozent überschritten.

Von diesem Frühjahr an steht im FFF, das in einem wunderbar restaurierten Fachwerkhaus inmitten der Altstadt residiert, nun alles auf Neuanfang. Den Ärger rund um die siebenjährige Umbauphase und den damit verbundenen Ausstellungsstopp will man offenkundig schnellstmöglich vergessen. Jetzt gelte es das FFF wieder ins Blickfeld der Besucher zu rücken, weshalb das Team seine geballte Kraft in ein zweijähriges Ausstellungsprogramm einbringen will. Die Auftaktausstellung, die am 16. Mai mit Fotografien von Viviane Sassen startet, versteht Lunsford als eine Art Spielplatz. Ein Experiment, um aufzeigen zu können, wie vielfältig die Fotografie inzwischen geworden ist.

Dass sich die Fotografie in den vergangenen 30 Jahren, so lange gibt es das FFF schon in Frankfurt, grundlegend verändert hat, daran besteht kein Zweifel. Dass sich das FFF diesem Phänomen thematisch annehmen muss, auch das ist selbstredend. Ob eine Ausstellung zum Thema Modefotografie das richtige Signal dazu gibt, darf man in Frage stellen, in Anbetracht der explodierenden Ausstellungen rund um das Thema Mode in den anderen Frankfurtern Ausstellungshäusern, so etwa alsbald im MAK oder im Museum der Weltkulturen.

Über die erste Modefotografie-Ausstellung hinaus, die erwartungsgemäß schrill und bunt werden dürfte, hat das FFF in den kommenden beiden Jahren aber vieles zu bieten: mehrere Workshops und eine noch größere Einbindung des fotoaffinen Publikums sind angedacht, ebenso wird die etablierte Reihe „FFF-Sommerakademie“ mit Symposien, Workshops und Vorträgen fortgesetzt werden, hinzu kommen Führungen und Galeriegespräche, Kunstreisen und Exkursionen unter anderen sowie größere Ausstellungsblöcke in Kooperation mit den benachbarten Museen, darunter etwa die Ausstellung „Ray 2015“.

Frankfurt freut sich auf sein neues-altes „Fotografie Forum“ – in den letzten sieben Jahren hat es in der hiesigen Kulturlandschaft eine erkenntliche Lücke hinterlassen. Wie diese Lücke auf dem insgesamt 300 Quadratmetergroßen Ausstellungsparcours im ersten Obergeschoss des Fachwerkhauses gefüllt wird, davon können wir uns ab 16. Mai ein genaueres Bild machen. Dass die Frankfurter ihr FFF annehmen werden, darüber gibt es keinen Zweifel.

Hortense Pisano